Jedermann kehrt zurück
- Jedermann kehrt zurück: Im Sommer 2026 bringt das Stadttheater Kufstein Hugo von Hofmannsthals Klassiker erneut in den Festungsneuhof.
- Zum vierten Mal in Kufstein: Aufgrund der großen Nachfrage wird die außergewöhnliche Kufsteiner Fassung bereits zum vierten Mal aufgeführt.
- Weltlicher, weiblicher, gegenwärtiger: In Kufstein steht nicht Jedermann, sondern Frau Jedermann im Mittelpunkt der Geschichte.
- Karolina Astl in der Hauptrolle: Als Frau Jedermann zeigt sie eine Figur zwischen Macht und Menschlichkeit.
- Die Festung als Bühne: Der Festungsneuhof wird Teil der Inszenierung – mit opulenten Bildern wie Würfeln, die vom Festungsberg herab rollen und dem Auftritt des Todes über die steinernen Treppen.
- Am Ende zählen die Werke: Die Kufsteiner Fassung fragt danach, was vom Leben bleibt, wenn Vermögen und Status bedeutungslos werden.
- Premiere im Juni, Finale im Juli: Gespielt wird am 19., 25. und 28. Juni sowie an mehreren Terminen im Juli 2026 im Festungsneuhof Kufstein.
Die Hardfacts im Überblick
Bereits zum vierten Mal inszeniert Klaus Reitberger sein Freilichtspiel vor der imposanten Kulisse der Festung Kufstein – gemeinsam mit einem großen Ensemble und einem eingespielten Team. Der Festungsneuhof wird zum Teil der Inszenierung: Der Tod naht über die steinernen Treppen, Würfel rollen vom Festungsberg, Licht und Musik verschmelzen zu opulenten Bildern vor der eindrucksvollen Architektur der Burg. „Es ist absolut magisch – fast so, als wäre dieser Ort eigens für den ,Jedermann‘ gebaut worden“, sagt Karolina Astl. „Wenn man eine Kulisse entwerfen wollte, könnte man das nicht so perfekt hinbekommen.“ Gemeinsam mit rund 30 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne entsteht ein Theaterabend voller Spielfreude.
Wenn Besitz bedeutungslos wird
Im Mittelpunkt steht Frau Jedermann – eine reiche Geschäftsfrau, die im Überfluss lebt und wenig Rücksicht auf ihr Umfeld nimmt. Doch plötzlich zwingt sie eine bittere Diagnose dazu, sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen. Menschen, auf die sie vertraut hat, wenden sich ab. Geld und Macht verlieren ihre Bedeutung. „Am Ende zählen nur die Taten – nur ,die Werke dein‘“, zitiert Karolina Astl aus dem Stück. „Ein gutes Leben führt man dann, wenn man sich selbst im Spiegel anschauen kann und zufrieden ist mit dem, wie man lebt.“ Die Kufsteiner Fassung erzählt von den verschiedenen Stadien des Menschen angesichts des Todes – von Verdrängung und Angst bis hin zu Erkenntnis und innerer Ruhe. Gerade deshalb habe das Stück nichts an Aktualität verloren: „Besitz scheint heute noch wichtiger geworden zu sein. Dadurch ist die Botschaft von ,Jedermann‘ aktueller denn je.“
Was am Ende vom Leben bleibt
Dass in Kufstein nicht ein reicher Mann, sondern eine Frau im Mittelpunkt steht, verändert die Geschichte laut Karolina Astl weniger, als man zunächst vermuten würde. „Die Frau Jedermann hat so viele Facetten, dass sich jede und jeder irgendwie darin wiederfinden kann.“ Gleichzeitig eröffne die weibliche Perspektive neue Blickwinkel. Als Frau an der Spitze eines Unternehmens habe sich die Figur vieles hart erkämpfen müssen. „Wenn man tiefer hineinschaut, merkt man schnell: Das Leben der Frau Jedermann ist gar nicht so erstrebenswert. Sie ist per se kein böser Mensch, sondern ein Produkt ihrer Erfahrungen, positive wie negative.“
Während Frau Jedermann im Lauf des Stücks zunehmend allein zurückbleibt, rücken am Ende genau jene Dinge in den Mittelpunkt, die im Leben wirklich zählen: Beziehungen, Zusammenhalt und Menschlichkeit. „Meine Familie ist mein Fokus Nummer eins“, bestätigt Astl. „Alles andere verliert daneben an Bedeutung. Eigentlich leben wir die Botschaft des Stücks jeden Tag.“
Die Aufführungen finden am 19., 25. und 28. Juni sowie am 2., 3., 5., 9., 10., 12., 16. und 19. Juli 2026 im Festungsneuhof Kufstein statt. Karten gibt es bei der Raiffeisenbezirksbank Kufstein sowie online unter www.stadttheater-kufstein.at.
