Architektur zwischen Anspruch und Alltag
- Bei der 27. Architektur Lounge begrüßte Anton Rieder den Münchner Architekten Laurent Brückner.
- In seinem Vortrag „Baukunst, die sich rechnet“ betonte Brückner die Verbindung von Ästhetik und Wirtschaftlichkeit.
- Brückner sieht Architektur als Teil interdisziplinärer Planungsteams, die digital vernetzt zusammenarbeiten sollten.
- Unter den Gästen fanden sich namhafte Branchenvertreter wie Prof. Christoph Achammer, Lilo Dellantonio, Paul Ohnmacht und Klaus Hessenberger von ATP architekten ingenieure, Erich Kurz von Visium3, Anton Gasteiger von AGA Bau sowie der Itterer Bürgermeister Roman Thaler.
Die Hardfacts im Überblick
„Wir gehen seit vielen Jahren verstärkt in Richtung Planung und haben eigene Architekt:innen im Haus. Umso wichtiger ist uns der regelmäßige Kontakt mit Branchenkolleg:innen, denn wir stehen alle gemeinsam vor ähnlichen Herausforderungen“, erklärt Anton Rieder, Gastgeber und Impulsgeber der Architektur Lounge.
Ein Architekt mit Blick für das Wesentliche
Bei der 27. Architektur Lounge am 20. November 2025 begrüßte RIEDERBAU den Münchner Architekten Laurent Brückner. Er leitet in zweiter Generation das renommierte Büro Brückner Architekten, das seit über fünf Jahrzehnten erfolgreich am Markt besteht. Als Generalplaner und gefragter Speaker auf internationalen Fachkongressen beschäftigt sich Brückner mit den großen Fragen der Gegenwart: der Rolle der Architektur im Wandel, der Effizienz integrierter Planung, der Bedeutung digitaler Werkzeuge, ESG-Kriterien sowie nachhaltigen Bauweisen.
Mit seinem Vortrag „Baukunst, die sich rechnet“ brachte Brückner die Herausforderungen der Baubranche prägnant auf den Punkt. Für ihn ist damit eine Architektur gemeint, „die nicht nur ästhetisch und konzeptstark ist, sondern auch wirtschaftlich und nachhaltig überzeugt.“ Dass Planen und Bauen immer stärker zusammenwachsen, ist auch bei RIEDERBAU längst gelebte Praxis. Durch die enge Verzahnung beider Bereiche entstehen effizientere Abläufe – mit Vorteilen für alle Beteiligten: kürzere Bauzeiten, geringerer Ressourcenverbrauch, mehr Planbarkeit.
Digitale Werkzeuge als Schlüssel
Ein zentrales Thema des Abends war die Rolle digitaler Technologien. Der Einsatz von Building Information Modeling (BIM), modularen Systemen und KI-gestützten Planungstools verändert die Branche grundlegend. „Digitale Effizienz im Bauwesen umfasst die Nutzung digitaler Werkzeuge und Daten zur Optimierung der Planung und Umsetzung. Das schließt KI-gestützte Simulationen ein, die den Entwurfsprozess transparenter, flexibler und wirtschaftlicher machen“, so Brückner.
Auch bei RIEDERBAU ist die gewerkeübergreifende Planung mittels BIM längst Realität. Die Vorteile zeigen sich deutlich: „Künstliche Intelligenz verändert den Entwurfsprozess grundlegend, indem sie verschiedene Planungsparameter automatisiert prüft und optimiert. Dadurch lassen sich Flächeneffizienz, Tageslichtversorgung und Baukosten besser steuern“, erklärt der Architekt.
Wandel als Chance
Die Anforderungen an Architekt:innen und die gesamte Branche haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Für Laurent Brückner ist dieser Wandel kein Rückschritt, sondern eine Weiterentwicklung: „Architekt:innen müssen heute insbesondere Kompetenzen in digitaler Planung, Datenanalyse und nachhaltiger Bauweise erwerben, um weiterhin relevant zu bleiben.“
Auch Themen wie Kreislaufwirtschaft, Materialeffizienz und Modulbau sind aus der zeitgemäßen Planung nicht mehr wegzudenken. Architektur muss heute mehr leisten als nur schön zu gestalten – sie soll Antworten auf ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Fragen geben. RIEDERBAU verfolgt diesen integrativen Ansatz konsequent weiter. „Wir gewähren Branchenkolleg:innen gerne einen Blick hinter die Kulissen, weil wir fest davon überzeugt sind, dass uns das auf Dauer alle zusammen weiterbringt“, beschreibt es Anton Rieder.
Interdisziplinär planen, gemeinsam weitergehen
Für Laurent Brückner ist klar: „Architektur muss sich als integraler Bestandteil der interdisziplinären Planungsteams begreifen und aktiv an der digital unterstützten Koordination zwischen verschiedenen Fachbereichen partizipieren.“ Die Zusammenarbeit zwischen Architekt:innen und Ausführenden muss nahtlos funktionieren – Schnittstellenverluste gilt es zu vermeiden.
Was bleibt von diesem Abend? Die Erkenntnis, dass zukunftsorientierte Architektur weit über reine Gestaltung hinausgeht – sie ist Baukunst, die sich rechnet. Wenn nachhaltige Konzepte, digitale Werkzeuge und interdisziplinäres Know-how zusammenkommen, entsteht echter Mehrwert – für Bauherren, Planer und Nutzer gleichermaßen. „Die Architektur der Zukunft lebt von Zusammenarbeit. Je besser unsere Abläufe aufeinander abgestimmt sind, desto mehr können wir im Sinne unserer Bauherr:innen bewegen“, fasst es Anton Rieder zusammen. Die 28. Architektur Lounge ist bereits in Planung – und eines ist gewiss: Die Transformation der Bauwirtschaft ist ein Thema, das uns auch künftig beschäftigen wird.
