Warten auf Godot – 20 Jahre später
- Das Stadttheater Kufstein bringt Samuel Becketts Klassiker „Warten auf Godot“ zwanzig Jahre nach der ersten Inszenierung erneut auf die Bühne.
- Regisseur Klaus Reitberger übernimmt auch diesmal eine der beiden Hauptrollen und spielt Wladimir.
- An seiner Seite steht Franz Osl als Estragon, der zuletzt im Musical „Der Mann von La Mancha“ zu sehen war.
- Die Premiere findet am 11. April im Theatersaal des Kultur Quartier Kufstein statt.
- Weitere Vorstellungen folgen am 17., 19. und 30. April sowie am 2. und 8. Mai 2026.
- Karten sind über die Website des Stadttheaters Kufstein sowie bei der Raiffeisen Bezirksbank Kufstein erhältlich.
Die Hardfacts im Überblick
„Franz Osl und ich sind beide 20 Jahre älter geworden und eignen uns nun besser für die Rollen der weltmüden Landstreicher. Die Vergänglichkeit der Dinge und der Alterungsprozess sind heute noch gegenwärtiger“, erklärt Klaus Reitberger. Die Menschen sind älter geworden – und auch die Welt hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren verändert, möchte man meinen. Im Jahr 2006 eskalierte der Gaza-Konflikt erneut nach der Wahl der Hamas ins palästinensische Parlament, der von George W. Bush ausgerufene „War on Terror“ war in vollem Gange, ein Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine führte zu Lieferproblemen in Europa und Al Gore veröffentlichte den Film „An Inconvenient Truth“ über den fortschreitenden Klimawandel. Vieles davon klingt erstaunlich vertraut und die Parallelen zur Gegenwart sind kaum zu übersehen. „Die Welt um uns herum ist noch absurder geworden, als sie es vor 20 Jahren war. Das Genre des absurden Theaters ist heute um einiges nahbarer“, beschreibt es der Regisseur.
Ein Stadttheater-Klassiker kehrt zurück
Samuel Becketts absurdes Theater wirkt heute aktueller denn je. Und so wird rund um den Globus in unzähligen Theatern auf Godot gewartet. Die Uraufführung 1953 in Paris gilt als Geburtsmoment des absurden Theaters. Die London-Premiere 1955 brachte den internationalen Durchbruch und machte das Stück weltweit bekannt. Am Gate Theatre in Dublin und am Schiller Theater in Berlin konnte der Autor seine Vorstellungen selbst verwirklichen – mit hoher Präzision, einem minimalistischen Bühnenbild und rhythmischen Dialogen. Ein Ansatz, dem Klaus Reitberger in seiner Regiearbeit vor zwanzig Jahren gerne gefolgt ist.
„Es ist spannend und schön zugleich, sich bei der Probenarbeit an viele Gedanken zu erinnern, die einem damals durch den Kopf gegangen sind“, erklärt Klaus Reitberger und weiter: „Obwohl ich heute einiges anders anlege, gibt es bei den Proben auch immer wieder Momente, in denen ich von meinem jüngeren Selbst lerne und beim Betrachten der Videoaufzeichnung von damals feststellen muss: Darauf wäre ich heute nicht mehr gekommen. Machen wir es wie damals.“
Zwei Männer und ein Baum
In Samuel Becketts Theaterstück warten zwei Landstreicher, Wladimir (Klaus Reitberger) und Estragon (Franz Osl), an einem einsamen Ort neben einem kahlen Baum auf eine Person namens Godot. Sie wissen nicht genau, wer Godot ist oder warum sie auf ihn warten – nur, dass sie dortbleiben müssen, bis er kommt. Während sie warten, vertreiben sie sich die Zeit mit Gesprächen, Streit, Erinnerungen, absurden Überlegungen und kleinen Ritualen. Zwischendurch begegnen sie zwei weiteren Figuren: Pozzo (Martin Heis), einem herrischen Mann, und seinem unterwürfigen Diener Lucky (Elia Ritter), den er an einer Leine führt. Am Ende des Tages erscheint ein Junge und überbringt die Nachricht, dass Godot heute nicht kommt, aber morgen sicher erscheinen wird. Wladimir und Estragon beschließen zu gehen – bleiben jedoch stehen. Im zweiten Akt wiederholt sich vieles nahezu identisch: Die beiden warten erneut, Pozzo und Lucky tauchen wieder auf – nun verändert –, und der Junge bringt wieder die gleiche Nachricht. Das Stück endet damit, dass die beiden weiterhin warten – Godot erscheint nie.
Warum wir alle auf Godot warten
Dass das Stück zugleich komisch und für viele Menschen anschlussfähig ist, erklärt der Regisseur so: „Das Phänomen des Wartens – egal auf was – ist etwas, das ein jeder Mensch in seinem eigenen Leben wiederfindet. “Warten auf Godot” erforscht die ganze Psychologie des Wartens und alles, was damit zusammenhängt, auf wunderbare Weise. Die Erwartung, die Ungeduld, die Verzweiflung, die Zeitverschwendung, Hoffnung und Enttäuschung, alles wird beleuchtet. Und darin findet sich das Publikum wieder.“
Die Premiere von „Warten auf Godot“ ist für den 11. April geplant. Weitere Vorstellungen folgen am 17., 19. und 30. April sowie am 2. und 8. Mai im Theatersaal des Kultur Quartier Kufstein. Karten und Reservierungen unter www.stadttheater-kufstein.at sowie bei der Raiffeisen Bezirksbank Kufstein.
Ankündigungsvideo zur Produktion
Das folgende Video gibt Ihnen einen ersten Eindruck von der Neuinszenierung von „Warten auf Godot“ am Stadttheater Kufstein.
