30.09.2025
Kufstein

Zwischen Himmel und Erde

„Amphitryon“ am Stadttheater Kufstein

Kufstein – Ab 17. Oktober 2025 bringt das Stadttheater Kufstein Molières Komödie „Amphitryon“ auf die Bühne. Regie führt Andrea Maria Hölbl, die nach Jahren am professionellen Theater erstmals in ihrer Heimat inszeniert. Auf der Bühne stehen sieben Kufsteiner Spieler:innen, die mit Humor und Tiefgang eine Geschichte über göttlichen Übermut, menschliche Schwächen und die Suche nach Identität erzählen. Gespielt wird im Kultur Quartier Kufstein, mit Terminen Ende Oktober und Anfang November. Warum sie sich für dieses Stück entschieden hat und was das Publikum erwarten darf, erzählt Andrea Maria Hölbl im persönlichen Gespräch.
    Die Hardfacts im Überblick
  • Premiere von Molières „Amphitryon“ am 17. Oktober 2025 im Kultur Quartier Kufstein. Weitere Aufführungen: 24. & 26. Oktober sowie 6., 7. & 9. November 2025.
  • Ticketverkauf auf www.stadttheater-kufstein.at und bei der Raiffeisen Bezirksbank Kufstein.
  • Jugendliche unter 18 Jahren haben im Rahmen von FREI18 freien Eintritt (mit Reservierung).
  • Mit Bernhard Buchauer, Gunther Hölbl, Markus Mader, Hildegard Reitberger, Klaus Schneider, Stefanie Telser und Varina Weinert.
  • Eine Komödie über göttlichen Größenwahn und kleine menschliche Schwächen.

Die Handlung beginnt mit einem göttlichen Streich: Jupiter, der Größte unter den Göttern, begehrt Alkmene, die Frau des Feldherrn Amphitryon. Um sie für sich zu gewinnen, nimmt er dessen Gestalt an und verbringt eine Nacht mit ihr. Unterstützt wird er dabei von Merkur, der in die Rolle des Dieners Sosias schlüpft. Als Amphitryon aus der Schlacht zurückkehrt, ist die Verwirrung perfekt – und ein turbulentes Verwechslungsspiel nimmt seinen Lauf.

Die Kufsteiner Inszenierung betont die gesellschaftliche Aktualität des Stoffes: Identität wird zum performativen Spiel, Wahrheit manipulierbar. Damit ist das Lustspiel ein pointierter Kommentar auf menschliche Schwächen und die Fragilität von Beziehungen in der Gegenwart.

Das Ensemble bringt den Stoff mit Charme und Leichtigkeit auf die Bühne: Zu sehen sind Hildegard Reitberger als DIE NACHT, Markus Mader und Bernhard Buchauer als JUPITER und MERKUR, Gunther Hölbl als AMPHITRYON, Klaus Schneider als SOSIAS, Stefanie Telser als ALKMENE sowie Varina Weinert als CLEANTHIS.

Premiere ist am Freitag, den 17. Oktober 2025, um 20 Uhr im Kultur Quartier Kufstein. Weitere Aufführungen folgen am 24. und 26. Oktober sowie am 6., 7. und 9. November 2025. Karten sind erhältlich unter www.stadttheater-kufstein.at sowie bei der Raiffeisen Bezirksbank Kufstein – im Vorverkauf für 18 Euro, an der Abendkasse für 20 Euro. Im Rahmen der Initiative FREI18 haben unter 18-Jährige freien Eintritt bei vorheriger Reservierung.

 

 

„Wir feiern das Mensch-Sein“

Regisseurin Andrea Maria Hölbl über ihre erste Inszenierung in Kufstein

 

Mit „Amphitryon“ wagt sich das Stadttheater Kufstein an einen Klassiker von Molière – und setzt dabei auf eine Regisseurin mit besonderem Bezug zur Stadt. Andrea Maria Hölbl, die Theaterwissenschaften studiert und an großen Theaterhäusern gearbeitet hat, kehrt mit dieser Inszenierung zum Stadttheater Kufstein und damit auch zu ihren Anfängen zurück.

Warum fiel Ihre Wahl gerade auf Molières „Amphitryon“?

Die Auswahl des Stückes war wohlüberlegt. Es sollte ein Klassiker sein, zugleich wollte ich einen humorvollen Text wählen, der trotzdem die eine oder andere tiefgründige Frage zulässt. Ich schätze Aufführungen, die einerseits unterhalten und andererseits zum Nachdenken anregen.

Welche besonderen Herausforderungen brachte die Inszenierung mit sich?

Eine Herausforderung ist sicher die Sprache. Molières Texte sind in Reimform geschrieben – für die Spieler:innen bedeutet das zunächst viel Arbeit. Doch wenn der Text gut gesprochen wird, verschwindet die Mühe: Die Verse tragen den Inhalt und die Sprache wirkt plötzlich ganz leicht.

Welche Themen des Stückes sind Ihnen besonders wichtig?

Im Zentrum steht für mich die Frage nach der Identität: Was bleibt von einem Menschen, wenn sein Äußeres kopiert wird? Diese Fragestellung ist aktueller denn je. Mit generativer künstlicher Intelligenz lassen sich heute Stimmen und Bilder täuschend echt reproduzieren. Für mich bedeutet das: Wir sollten nicht nach Perfektion streben, sondern das Unverwechselbare wertschätzen. Gemeinsam mit meinem Ensemble möchte ich genau dieses Mensch-Sein feiern.

Sie arbeiten erstmals mit einem Laien-Ensemble. Wie erleben Sie das?

Es ist großartig, mit so begabten Spieler:innen zu arbeiten. Noch mehr aber beeindruckt mich das Engagement des gesamten Vereins. Es ist ein starkes Zeichen, dass sich in diesen anspruchsvollen Zeiten so viele Menschen ehrenamtlich einbringen – aus purer Liebe zum Theater. Dadurch werden wir von bloßen Konsumenten zu Produzenten, die ihre Umwelt aktiv mitgestalten.

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